Print   |    A-   A   A+  

Pressemitteilung

Update - Erklärung des Direktoriums und des Wissenschaftlichen Beirats des FZB zur DFG Entscheidung vom 7.12.2012

Das Direktorium und der Wissenschaftliche Beirat des Forschungszentrums Borstel begrüßen, dass die DFG nun zu einer Stellungnahme zum wissenschaftlichen Fehlverhalten von Frau Professorin Bulfone-Paus gelangt ist, welche die Einschätzung des Direktoriums und des Beirats bei der Beurteilung des wissenschaftlichen Fehlverhaltens widerspiegelt. Die DFG stellt fest, dass bei Frau Prof. Bulfone-Paus eine „grobe Vernachlässigung der Aufsichtspflicht als Leiterin der Arbeitsgruppe und damit ein wissenschaftliches Fehlverhalten gemäß der Verfahrensordnung der DFG“ vorlag. Weiterhin betont die DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, dass die „kontinuierliche Vernachlässigung der Aufsichtspflicht seitens Frau Bulfone-Paus gegenüber dem wissenschaftlichen Nachwuchs“ nachhaltig und deutlich zu rügen sei.

Das Direktorium und der Beirat sind sich bewusst, dass die Konsequenzen, die die DFG aus ihrem Urteil zieht, ausschließlich auf Aspekte mit direktem Bezug zu einer DFG-Förderung gründen. Von den 13 retrahierten Publikationen der Arbeitsgruppe (davon eine von Frau Prof. Bulfone-Paus in Erstautorschaft, alle anderen in Senior- oder korrespondierender Autorenschaft verfasst) waren lediglich 4 aus von der DFG finanzierten Projekten hervorgegangen. Die DFG sieht daher nach einer dreijährigen Sperrfrist davon ab, Frau Prof. Bulfone-Paus über den 31.12.2012 hinaus weiter von der Gutachter- und Gremientätigkeit für die DFG und von der Berechtigung zur Neuantragstellung auszuschließen. Nach den Regularien der DFG bleibt folglich unberücksichtigt, dass 9 Publikationen ohne DFG-Bezug retrahiert wurden und, dass das Disziplinarverfahren der Universität Lübeck in derselben Angelegenheit noch nicht abgeschlossen ist. *

Für eine abschließende Beurteilung ist es also noch zu früh. Das Direktorium und der Beirat sehen es als ihre Verpflichtung an, auf eine Berücksichtigung auch jener über einen DFG-Bezug hinausgehenden Aspekte des attestierten wissenschaftlichen Fehlverhaltens hinzuwirken und werden sich in diesem Sinne um eine umfassende Beurteilung bemühen.

Bitte lesen Sie den vollständigen Text der Pressemitteilung der DFG auf der Homepage.

 

*Erläuterung (25.2.2013):
Zum Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung war nicht offensichtlich, welche Ermittlungsergebnisse aus welchen Untersuchungen die DFG dazu veranlasst haben, ihre Entscheidung zu fällen. Es schien dem Wissenschaftlichen Beirat und dem Direktorium des FZB angesichts der dezidierten Erwähnung (s. Pressemitteilung 62 der DFG) von 4 Publikationen mit DFG-Bezug, die im November 2010 von der externen Untersuchungskommission am FZB als mit Manipulationen behaftet erkannt worden waren, als wahrscheinlich, dass keine weiteren Publikationen mit DFG-Bezug Gegenstand der Untersuchung der DFG waren; daher die Vermutung, dass weitere 9 Publikationen, die inzwischen retrahiert wurden, für das DFG-Urteil nicht relevant waren.
Eine Überprüfung hat ergeben, dass insgesamt 10 von 13 retrahierten Publikationen auf einer DFG-Förderung beruhen. Warum diese Zahl in der Pressemitteilung der DFG nicht genannt wurde, war u.a. Gegenstand einer Anfrage des Zentrumsdirektors, Prof. Stefan Ehlers, bei der Justiziarin der DFG, Frau Dzwonnek. Leider ist auch der (vertraulichen) Antwort der DFG auf dieses Schreiben nicht zu entnehmen, welche Publikationen und welche Untersuchungsergebnisse die DFG bei ihrer Urteilsfindung berücksichtigt hat und ob die konstatierte „grobe Vernachlässigung der Aufsichtspflicht“ von Frau Prof. Bulfone-Paus bei der Entscheidung vollumfänglich gewürdigt wurde. Vielmehr weist die DFG darauf hin, dass mit Blick auf die Vertraulichkeit des Verfahrens und gemäß der Verfahrensordnung der DFG über weitere Einzelheiten der Entscheidungsfindung keine detaillierteren Angaben mitgeteilt werden können.