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Pressemitteilung

Eine vernetzte Welt gestalten: Tuberkulose auf der Agenda des G20-Gipfels

Die Zunahme antimikrobieller Resistenzen stellt eine wachsende Bedrohung für das Gesundheitswesen dar. Um diese globale Herausforderung zu bewältigen, wurden auf dem G20-Gipfel in Hamburg konkrete Maßnahmen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen beschlossen. Diese Maßnahmen sind in die gemeinsame Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs aufgenommen worden.  Dabei wurden zwei Kernthemen herausgearbeitet, die durch nationale Aktionspläne bis Ende 2018 auf den Weg gebracht werden sollen: Zum einen soll der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika bei Tieren gefördert werden und zum anderen soll die antimikrobielle Grundlagenforschung, die klinischer Forschung sowie die Produktentwicklung vor allem im Hinblick auf Tuberkulose vorangetrieben werden.

Das Forschungszentrum Borstel, der Leibniz-Forschungsverbund INFECTION´21 und Leibniz-Zentrum für Infektionsforschung (LCI) haben diese Themen bereits vor einiger Zeit in den Fokus Ihrer Forschungsagenda gerückt und widmen sich seitdem intensiv der Erforschung der wichtigsten Infektionskrankheiten, um verbesserte Präventionsstrategien und neue Therapieansätze vor allem im Bereich der Tuberkulose zu entwickeln. Ärzte und Wissenschaftler des Forschungszentrums Borstel engagieren sich seit Jahren für die Ausbildung von Kollegen und den Aufbau von Infrastrukturen in Osteuropa und im südlichen Afrika, wo das Problem der Antibiotikaresistenz der Tuberkulose besonders gravierend ist. Forscher aus Borstel haben innovative Verfahren entwickelt, die eine hoch präzise Vorhersage von Antibiotikaresistenzen ermöglicht. Dadurch können Patienten frühzeitig mit maßgeschneiderten Therapien behandelt werden. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern entwickeln und testen Borsteler Wissenschaftler und Ärzte neue Medikamente, die auch dann noch wirksam sind, wenn die herkömmlichen Behandlungen bereits versagen.

Das Forschungszentrum Borstel begrüßt die Verabschiedung der konkreten Maßnahmen und die in der Erklärung eingebrachte Einladung an alle Experten und Länder, sich an weiteren Initiativen zu beteiligen. Prof. Ulrich Schaible, Direktor des Programmbereichs Infektionen und Koordinator des Leibniz Forschungsverbundes Infections’21 sagt dazu: ‚In unserem Leibniz Forschungsverbund kommen nicht nur biomedizinische, sondern auch agrar-, klima- und sozialwissenschaftliche Fragestellungen zur Verbreitung resistenter bakterieller Krankheitserreger zum Tragen. Wir plädieren nachdrücklich dafür, dass die von Deutschland auf die Agenda der G20 gesetzte Thematik der Antibiotikaresistenzen jetzt innenpolitisch zu konkreten Umsetzungsmaßnahmen führen muss.‘