Forschungszentrum Borstel
Forschungszentrum Borstel

Pathology of the University Hospital Schleswig-Holstein, Campus Lübeck and the Leibniz Research Center Borstel
location Borstel

Clinical and Experimental Pathology

Krankenversorgung

Diagnostik

 

Histopathologie

Die Aufarbeitung des Untersuchungsgutes von dessen Eingang bis zur feingeweblichen Untersuchung am Lichtmikroskop bedarf zahlreicher Schritte.

Zum Probengut gehören neben kleinen Biopsaten (z. B. aus endoskopischen Eingriffen) Probe Operationspräparate sowie seltener auch Amputate.

Die Gewebeaufarbeitung in unseren histodiagnostischen Laboren umfasst nach der Fixierung des Gewebes (mit 4 % neutral gepufferter  Formaldehydlösung) die makroskopische Begutachtung bzw. den  Zuschnitt der relevanten Gewebebezirke. Nach Entwässerung erfolgt die Einbettung des Gewebes in Paraffin, von welchem dann mit dem Mikrotom dünne Schnittpräparate erstellt und anschließend gefärbt werden. Die Standardfärbung Hämatoxylin-Eosin (HE) kann je nach Gewebetyp bzw. Fragestellung durch zahlreiche weitere Färbungen ergänzt werden.

Eine wichtige ergänzende Untersuchung ist hier Immunhistochemie, die auf der  Antigen-Antikörper Reaktion beruht und Proteine oder andere Strukturen von Zellen sichtbar machen kann. Dadurch können Gewebeveränderungen (meist Tumore) diagnostisch besser eingeordnet werden. Ferner können hiermit bestimmte Zelleigenschaften direkt mit der Wirksamkeit von therapeutischen Molekülen, z.B. Herceptin  bei Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden.


Zytopathologie

In der zytopathologischen Diagnostik wird Material  aus dem Bereich der Ergusszytologie bzw. Exfoliativzytologie  oder der Punktionszytologie untersucht. Das Material wird hierzu nach Zentrifugation auf Objektträger verbracht und gefärbt (ggf. mit zusätzlichem Zytospin). Ferner kommen je nach Fragestellung auch Spezialfärbung sowie immunzytologische und molekularpathologische Untersuchungsmethoden zum Einsatz.

Wir bearbeiten unter anderem folgende Proben:
Pleura- und Perikard-Ergüsse, Aszites, Gelenkergüsse, Urin und Spülflüssigkeit, Liquor, Zystenflüssigkeiten, gynäkologische und extragynäkologische(Bürsten)abstriche sowie Feinnadelpunktate (z.B. von Schilddrüse, Lymphknoten, Knochenmark).


Immunhistologie

Eine wichtige ergänzende Untersuchung für die histopathologische Diagnostik ist die immunhistologische Untersuchung. Sie beruht auf der Antigen-Antikörper Reaktion und kann Proteine oder andere Strukturen von Zellen sichtbar machen. Dadurch können Gewebeveränderungen (meist Tumore) diagnostisch besser eingeordnet werden. Ferner können hiermit bestimmte Zelleigenschaften direkt mit der Wirksamkeit von therapeutischen Molekülen, z.B. Herceptin  bei Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden.


Molekularpathologie

Die Molekularpathologische Diagnostik beschäftigt sich mit der Analyse von Nukleinsäuren (DNA oder RNA) in einer Patientenprobe. Es werden sowohl genetische Veränderungen in soliden Tumoren oder hämatologischen Erkrankungen untersucht als auch erregerspezifische Nukleinsäuren nachgewiesen. Die Molekularpathologie ergänzt damit die histologische, morphologische und immunhistochemische Diagnostik und kann wertvolle zusätzliche prognostische und prädiktive Informationen liefern. Sie trägt so zu einer optimalen Behandlung der Patienten bei.

Methodisch werden zum einen PCR-basierte Verfahren und zum anderen die Fluoreszenz in-situ Hybridisierung (FISH) angewendet. Die einzelnen angebotenen Untersuchungen können dem Leistungsspektrum Molekularpathologische Diagnostik entnommen werden.

Die Molekularpathologische Diagnostik ist als Bereich des Instituts für Pathologie nach DIN EN ISO/IEC 17020 akkreditiert.

Bereichsleitung:    
Dr. rer. nat. Helen Pasternack
Tel. 0451 / 500-15835 oder 0451 / 500-15890
Email: Helen.Pasternack@uksh.de


Schnellschnitt

Der Schnellschnitt dient der intraoperativen Dignitäts-Beurteilung von unklaren Herdbefunden und von Schnitträndern bei Tumorresektionen. Die Beurteilung hat dabei direkten Einfluss auf den weiteren Operationsverlauf. Die Gewebeprobe wird im Labor durch Gefrieren (bei etwa −20 C) stabilisiert und mit HE gefärbt. Anschließend wird das Schnittpräparat mikroskopisch untersucht und das Befundergebnis telefonisch dem betreffenden Operateur mitgeteilt.

Deswegen wird die Diagnostik - vom Eintreffen der Probe bis zur telefonischen Übermittlung des Befundes – unmittelbar innerhalb eines Zeitraums von 20 Minuten durchgeführt.


Obduktion

Als Obduktion (Synonyme: Sektion, Autopsie, innere Leichenschau) bezeichnet man die ärztliche, fachgerechte Untersuchung eines Verstorbenen. Sie umfasst neben der äußerlichen Inspektion, die Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben. Mit Abschluss der Obduktion ist der Leichnam äußerlich wieder hergestellt und wird an den von den Angehörigen beauftragten Bestatter übergeben.

Für die direkte Trauerbewältigung, der Verabschiedung von dem verstorbenen Angehörigen, steht in den Räumlichkeiten der Pathologie ein spezieller Trauerraum in dem der Verstorbene aufgebart werden kann, zur Verfügung.

Die klinische Sektion ist die letzte ärztliche Handlung im Rahmen der medizinischen Behandlung des Patienten. Sie dient neben der Feststellung der Todesursachen, des Krankheitsverlaufs auch der Abklärung der Grund- und Nebenerkrankungen eines in der Klinik verstorbenen Patienten. Nicht selten werden hierbei zu Lebzeiten nicht bekannte Erkrankungen nachgewiesen. Zudem können sich durch die Obduktion auch Hinweise auf familiäre Erkrankungen und Risikofaktoren ergeben.

Eine Obduktion kann auch bei Versicherungsfragen erfolgen., z.B. bei der Fragestellung nach Berufserkrankungen.

Die Obduktion dient weiterhin der Ermittlung epidemiologischer Daten von Erkrankungen sowie der medizinischen Forschung. Ferner ist sie durch die Vermittlung grundlegender makro-morphologischer Kenntnisse wesentlicher Bestandteil der medizinische Aus-, Weiter- und Fortbildung.

Zusammenfassend ist die Obduktion zentrale Säule der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen und stellt somit einen essentiellen Bestandteil der Gesundheitsfürsorge dar.

Voraussetzung für die klinische Obduktion ist das Einverständnis der Angehörigen bzw. des Patienten selbst. Der Antrag auf Obduktion wird in der Regel durch den zuletzt behandelnden Arzt gestellt. Auf Wunsch kann ein allgemein verständlicher Obduktionsbefund für Angehörige angefertigt werden.