Forschungszentrum Borstel
Forschungszentrum Borstel

Pressemitteilung

Erfolgreicher Auftakt einer internationalen Asthma- und Allergiekonferenz in Borstel

Teilnehmer der 1. Borsteler Asthma & Allergiekonferenz. Foto: Passarger/FZB

Am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum hat in dieser Woche erstmalig die internationale „Borsteler Asthma und Allergiekonferenz“ stattgefunden. Etwa 70 Teilnehmer nahmen an der vom Forschungszentrum organisierten Veranstaltung teil, um die Beiträge des hochkarätig besetzen Panels aus internationalen und nationalen Referenten zu hören und gemeinsam zu diskutieren. Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung standen in diesem Jahr die Mechanismen der Vererbung von Asthma über mehrere Generationen, der Einfluss der mikrobiellen Flora auf die Gesundheit und Asthmaentwicklung, die verschiedenen Krankheitsbilder von Asthma und wie man diese auf molekularen Ebene unterscheiden kann, sowie die molekularen Mechanismen der allergischen Reaktion, neue Formen von Allergenen und deren Einsatz in neuartigen Diagnostiktestsystemen. 

Zu den Highlights zählten unter anderem die Vorträge von Cezmi Akdis, Direktor des Schweizerischen Instituts für Allergie- und Asthmaforschung und Professor Cecilie Svanes vom Department of Global Public Health and Primary Care an der Universität von Bergen. Cezmi Akdis zeigte besorgniserregende Daten zur Toxizität von Detergenzien in Waschmitteln: Diese sind in Dosen von bis zu 1:1 000000 hoch toxisch für Atemwegsepithelzellen und zerstören deren Barriere zur Außenwelt, wodurch Erreger und Allergene leichter ins Körperinnere eindringen können. Durch zu wenig Nachspülen können in üblicherweise verwendeten Waschmaschinen oder Geschirrspülern allerdings Rückstände in Konzentration bis zu 1:1000 erhalten bleiben. Dies könnte ein wesentlicher Zusammenhang sein, warum Allergien und Asthma stetig ansteigen. Cecilie Svanes präsentierte Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Rauchen von Männern in der Pubertät das Asthmarisiko für deren spätere Kinder erhöhen kann. In der anschließenden Diskussion waren sich die Experten einig, dass sich ein generelles und weltweites Rauchverbot von Zigaretten, E-Zigaretten und anderen Alternativen positiv auf die Asthmaentwicklung auswirken würde, eine Umsetzung leider jedoch praktisch kaum durchführbar wäre.

Die Teilnehmer und Experten zogen abschließend ein positives Fazit: Dank der angenehmen Atmosphäre und der Möglichkeit zu einem intensiven Austausch, sind viele neue Ideen für gemeinsame Projekte und zukünftige Kollaborationen entstanden. Aus diesem Grund soll die Konferenz auch in Zukunft fortgeführt werden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein Forum zu bieten, sich in entspannter Atmosphäre über die aktuellen Erkenntnisse in der Asthma- und Allergieforschung auszutauschen und neue Netzwerke zu knüpfen.

Kontakt

Prof. Dr. Susanne Krauss-Etschmann
Programmdirektorin Asthma & Allergie
Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum 
Parkallee 1, 23845 Borstel
Telefon: 04537 - 188 - 5850
Mail: skrauss-etschmann@fz-borstel.de

Homepage Asthmakonferenz: http://asthmasymposium.fz-borstel.de