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Programmbereich Infektionen

Entzündungsmodelle

Projekte

Guntram Graßl und seine Gruppe sind nach Hannover gezogen:

Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover 
Telefon: +49 511 532 4540
Telefax: +49 511 532 4366 
Email: grassl.guntram (a) mh-hannover.de

Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (ECD) Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn sind gekennzeichnet durch eine chronische Entzündung, schwere Darm-Pathologie und Veränderungen in der Darm-Physiologie begleitet von den charakteristischen Symptomen Schmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Eine abweichende Immunantwort auf Antigene im Darm führt zur Entwicklung von IBD im genetisch empfänglichen Wirt, aber die genauen Ursachen sind unbekannt. Eine wichtige Komplikation bei Morbus Crohn Patienten ist die intestinale Fibrose, die sich durch die übermäßige Produktion von extrazellulärer Matrix (ECM) auszeichnet. Bei intestinaler Fibrose verdickt die Darmwand und es entstehen dabei oft Stenosen mit einer daraus resultierenden erheblichen Morbidität.

Wir haben gezeigt, dass die orale Infektion von Mäusen mit dem Darm-Pathogen Salmonella enterica serovar Typhimurium (S. typhimurium) zu chronischen Infektionen und Colitis mit transmuraler Ablagerung von extrazellulärer Matrix im Darm führt. Die fibrotische Reaktion wird durch erhöhte Expression von Th1, Th17 und pro-fibrotischen Zytokinen begleitet, ähnlich wie bei Morbus Crohn Patienten. Dieses Modell bietet einzigartige Möglichkeiten die Mechanismen der Bakterien-induzierte intestinalen Fibrose aufzuklären.

Die Forschung in meinem Labor zielt auf die Aufklärung der Wirts- und bakteriellen Faktoren, die zur Entwicklung der chronischen Entzündung und intestinalen Fibrose führen. Unsere Forschungsschwerpunkte sind, i) die Identifizierung der bakteriellen Faktoren, die zur Entzündung und Fibrose führen, und ii) Charakterisierung der Wirts-Mechanismen in der chronischen Darm-Entzündung und Fibrose, mit besonderem Schwerpunkt auf der Charakterisierung der beteiligten Zelltypen und der produzierten pro- und anti-fibrotischen Faktoren. In Zusammenarbeit mit Gastroenterologen werden die Ergebnisse, die in unserem murinen Modell gefunden werden auf ihr Gültigkeit im Patienten überprüft. Diese Forschung soll die Mechanismen aufklären, die zur intestinalen Fibrose führen und letztlich neue Wege zur Behandlung von Fibrose in Morbus Crohn-Patienten aufzeigen.