Forschungszentrum Borstel
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Pressemitteilung

Tuberkulose-Zentrum in Borstel: Bundesweiter Studien-Verbund wird weiter gefördert

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragten internationalen Gutachter waren sich einig: Dem einmaligen Deutschland-weiten Verbund „TB or not TB“ aus hervorragenden Grundlagenwissenschaftlern, Tuberkulose-Kliniken und Gesundheitsämtern wird eine zweite Förderphase (bis April 2014) bewilligt.

Der Koordinator der Studie, Prof. Stefan Ehlers vom Forschungszentrum Borstel, zeigt sich hoch erfreut: „Das Netzwerk ermöglicht es erstmals, eine zielgenauere Diagnostik bei Kontaktpersonen von TB-Patienten zu entwerfen und zu überprüfen, um die vorbeugende Behandlung individuell anpassen zu können.“ Die mit weiteren drei Millionen Euro geförderte Studie (www.tbornottb.de) befasst sich mit der genetischen Resistenz gegenüber der Tuberkulose und soll die Frage klären, warum manche infizierten Personen niemals an Tuberkulose erkranken. „Die dafür verantwortlichen Schutzmechanismen könnten für eine bessere Impfung oder eine Immun-Therapie der Tuberkulose genutzt werden“, so Ehlers.

Das Forschungszentrum Borstel hat ein Tuberkulose-Zentrum gegründet, in dem Wissenschaftler der Fachdisziplinen Mikrobiologie, Strukturbiologie und  Immunologie zusammen mit dem Nationalen Referenzzentrum für Mykobakterien und dem Klinischen Studienzentrum der Krankheit programmatisch und pragmatisch auf den Grund gehen. Die Tuberkulose ist nach wie vor die bakterielle Infektionskrankheit mit der weltweit höchsten Sterblichkeit. Besondere Sorgen macht das Auftreten von sogenannten Multi-Resistenten und eXtrem-Resistenten (MDR/XDR)-Tuberkulose-Fällen, bei denen der Tuberkuloseerreger nur noch sehr schwer mit Antibiotika beherrschbar ist. „Die Gefahr ist ganz real: Tuberkulose wird über die Atemluft übertragen, und in den östlichen Randgebieten der Europäischen Union gibt es bereits einen hohen Prozentsatz von MDR/XDR-TB. Daher müssen wir ein Frühwarnsystem errichten“, erklärt Ehlers.

Das Tuberkulose-Zentrum Borstel ist mit der nun vom BMBF weiterfinanzierten Studie auch Bestandteil des neuen Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, das die Umsetzung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung für die Anwendung am Patienten beschleunigen soll.