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Tuberkulose

Auch mehr als 100 Jahre nach der Entdeckung des Bakteriums Mycobacterium tuberculosis  als Erreger der Tuberkulose  durch Robert Koch,  der für seine Untersuchungen und Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose im Jahr 1905 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen bekam, ist die Tuberkulose eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. In der Statistik steht die Tuberkulose an 7. Stelle aller zum Tode führenden Erkrankungen. In Deutschland ist die Häufigkeit der Erkrankung in den letzten Jahrzehnten aber rückläufig, so dass die Erkennung und Therapie der Erkrankung  einer besonderen Erfahrung bedarf.

Die Symptome der aktiven Tuberkulose wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust sind uncharakteristisch und treten in ähnlicher Form bei einer Vielzahl anderer akut und chronisch-entzündlicher Erkrankungen auf. Charakteristische Symptome können bei einer Tuberkuloseerkrankung auch gänzlich fehlen.

Die häufigste Erkrankungsform ist die Lungentuberkulose. Die Symptome der Lungentuberkulose entwickeln sich in der Regel langsam über mehrere Wochen bis Monate. Viele Patienten werden zunächst wegen eines chronischen Hustens, ähnlich einer chronischen Bronchitis, unspezifisch behandelt. Treten weitere klinische Symptome wie Abgeschlagenheit, verminderte Belastbarkeit, Inappetenz, Gewichtsabnahme und subfebrile Temperaturen hinzu, besteht häufig schon ein relevanter Organbefall. Alarmierende Symptome sind Bluthusten (Hämoptysen), das Auftreten von Thoraxschmerzen, Fieber und Schüttelfrost. Oftmals wird erst dann die Verdachtsdiagnose einer Tuberkulose durch eine Röntgenuntersuchung gestellt. Andere Erkrankungsformen sind die Knochen,- Urogenital- ,  Weichteiltuberkulose oder die Tuberkulose des zentralen Nervensystems.

Unter Behandlungen des Immunsystems mit sog. TNF-Blockern, die heute in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis, der Psoriasis und des Morbus Crohn eingesetzt werden, treten in  den letzten Jahren vermehrt Tuberkuloseerkrankungen auf.

An der Medizinischen Klinik des Forschungszentrums Borstel gibt es eine langjährige Expertise in der Diagnostik und Therapie aller Verlaufsformen der Tuberkulose. In der Patientenversorgung und in der klinischen Erforschung  der Tuberkulose genießt  das Forschungszentrum internationales Ansehen. Borsteler Ärzte und Wissenschaftler sind an der Entwicklung neuer Verfahren zur Erkennung und Behandlung der Tuberkulose und an der Erforschung der Grundlagen der Tuberkuloseinfektion maßgeblich beteiligt. Das mikrobiologische Labor in Borstel ist das Nationale Referenzlabor für Tuberkulosebakterien in Deutschland.

Gemeinsam bemühen wir uns, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse für die Diagnose und Therapie der Tuberkulose zu entwickeln und zum Wohle unserer anvertrauten Patienten umzusetzen.