Pressemitteilungen 2024

Abgestorbene Zellen unterstützen Funktionalität und Vielfalt von Fresszellen des Immunsystems

Makrophagen stellen einen wichtigen Bestandteil des menschlichen Immunsystems dar. Diese Fresszellen erkennen unterschiedliche Krankheitserreger, infizierte und/oder abgestorbene Zellen und können diese aufnehmen und zerstören.  In einer aktuellen Studie, die heute in der Fachzeitschrift Science erschienen ist, konnte nun gezeigt werden, dass die aufgenommenen Zellen zu der Funktion und der Genexpression der Makrophagen beitragen. Diese Ergebnisse könnten in Zukunft die Wirksamkeit von Zelltherapien bei chronischen Lebererkrankungen verbessern. An dieser Studie, die federführend durch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde, waren auch Forschende der Forschungsgruppe Immunbiophysik des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum und der Firma Helminguard, einer Ausgründung des FZBs, beteiligt.

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Multiresistente Tuberkulose

Antibiotika-Resistenzen gehören zu den Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert. Darunter fällt auch die Antibiotika-resistente Tuberkulose, ein Thema, für das es am Forschungszentrum Borstel besondere Expertise gibt. Pünktlich zum Welt-Tuberkulose-Tag 2024 veröffentlichte die Fachzeitschrift Nature Reviews Disease Primers eine umfassende Übersicht zur multiresistenten Tuberkulose. Internationale Experten verschiedener medizinischer Disziplinen beleuchten in diesem Review die relevanten Themen dieses komplexen Krankheitsbildes, einschließlich der Epidemiologie, Übertragung, Prävention, Diagnose und der Behandlung

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Tuberkulose Erkrankungen bei Menschen aus der Ukraine in Ländern der EU und es Europäischen Wirtschaftsraums 2019-2022

Die Tuberkulose-Melderate in der Ukraine ist etwa sechsfach höher als die Gesamt-Melderate in der Europäischen Union (EU) und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Außerdem ist die Ukraine ein Hochprioritätsland für die Weltgesundheitsorganisation in Bezug auf Antibiotika-resistente Tuberkulose. Nach Angaben von Eurostat sind seit Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine etwa 5 Millionen Ukrainer in die Länder der EU und des EWRs vertrieben worden.

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Lab zur Pandemiebekämpfung: Pandemic Preparedness

Das neue Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness: One Health, One Future” verknüpft exzellente inter- und transdisziplinäre Forschung aus 41 Leibniz-Instituten zur Vorbereitung auf die nächste Pandemie. Erstmals kooperieren dabei in Deutschland Erreger-orientierte Wissenschaften (Virologie, Bakteriologie, Mykologie und Immunologie) mit weiteren Lebenswissenschaften wie der Ökologie, den Gesundheitstechnologien, der Gesundheitsökonomie und der Bildungsforschung. Dieses neue Instrument der Leibniz-Gemeinschaft wird für drei Jahre mit drei Millionen Euro gefördert. Ziel des Leibniz-Labs ist es, zur Vorbereitung, Prävention und Reaktion auf künftige Pandemien die Forschungsarbeiten auf den genannten Gebieten zu bündeln und das erworbene Wissen politisch Verantwortlichen in Form evidenzbasierter Handlungsempfehlungen zur Verfügung zu stellen.

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Wir haben ein Implementierungs-Problem

Nach COVID-19 ist die Tuberkulose ist die Häufigste zum Tod führende Infektionskrankheit auf der Welt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Kontrolle der Tuberkulose vor allem durch das Auftreten von multiresistenten Stämmen der Tuberkulosebakterien erschwert. Nachdem neue Medikamente entwickelt wurden hat sich die Prognose für Patientinnen und Patienten, die an einer multiresistenten Tuberkulose erkrankt sind, erheblich verbessert. Daraufhin hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Herbst 2022 neue Leitlinien veröffentlicht, um die multiresistente Tuberkulose mit effektiveren Medikamenten über einen kürzeren Zeitraum von nur 6 Monaten, satt zuvor 18 Monate, und nur mit Tabletten anstatt mit Spritzen zu behandeln.

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