In Europa ist die multiresistente Tuberkulose, abgekürzt MDR-TB, sehr ungleich verteilt. In den Ländern der EU sind es weniger als 2.000 Patienten, in Osteuropa sind es fast 80.000 betroffene Patienten. Die vorhandenen Ressourcen und die Behandlungsergebnisse unterscheiden sich im Westen und im Osten erheblich.

Um die Behandlungserfolge von Patienten mit einer MDR-TB zu verbessern, haben Ärzte des Tuberculosis Network European Trialsgroup (TBNET) unter Federführung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum erstmals 2014 ein Konsensusdokument für die Standards der Prävention, Diagnostik und Therapie erstellt. Diese Arbeit wurde mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft ausgezeichnet.

Im Juli 2019 ist nun eine vollständig aktualisierte Überarbeitung dieser Empfehlungen in der Fachzeitschrift International Journal of Tuberculosis and Lung Diseases im „open access“ Format erschienen.

"Das Management der MDR-TB hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Es gibt inzwischen molekulare Verfahren, um Antibiotikaresistenzen am gesamten Erbgut der Bakterien vorherzusagen und es gibt neue Medikamente, mit denen sich die Behandlungschancen deutlich verbessert haben. Nun ist es an der Zeit, diese Entwicklungen auch in die Regionen zu tragen, die von der MDR-TB Epidemie am meisten betroffen sind“, sagt Professor Christoph Lange, Medizinischer Direktor und Leiter des Klinischen Tuberkulosezentrums am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) in Borstel.

Publikation: Lange et. al Management of patients with multidrug-resistant tuberculosis. Int J Tubercul Lung Dis 2019. 23(6):645-662; PMID 31315696