Pressemitteilungen 2019

Positive Evaluierung des Leibniz-Lungenzentrums in Borstel

Im Februar 2019 wurden die wissenschaftliche Leistungsbilanz und die strategische Ausrichtung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB), von einer international besetzten Expertenkommission begutachtet. Gestern Abend ist das Ergebnis seitens des Senats der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht worden: Das FZB hat die Prüfung mit Glanz und Gloria bestanden.

Die Forschungsleistungen am FZB seien überzeugend, so der Senat, und hätten sich in den vergangenen Jahren qualitativ weiter verbessert. Insbesondere die Arbeiten zu Infektionskrankheiten wurden ausgesprochen positiv eingeschätzt. Für die Arbeiten zu Asthma und Allergie sieht der Leibniz-Senat sehr gute Voraussetzungen für eine weitere Profilierung.

Somit empfiehlt der Senat Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des FZB fortzusetzen. Der Zentrumsdirektor, Prof. Stefan Ehlers, zeigt sich zufrieden: „Wir sehen uns durch die durchweg positive Bewertung der Veröffentlichungen, Drittmitteleinwerbungen, Mitarbeit in Forschungs-konsortien und insgesamt der strategischen Zukunftsplanungen in unserer konzeptionellen Ausrichtung vollumfänglich bestätigt. Wir haben uns im Februar als ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern präsentiert, das innovativ und zukunftsorientiert die brennenden Fragen der Lungenforschung angeht: Wie lassen sich die Zunahme von Asthma und Allergien verhindern? Wie kann man die extensiv resistente Tuberkulose heilen? Hierzu erarbeitet das Forschungszentrum gemeinsam mit seiner eigenen Klinik neue Konzepte und Strategien. Unsere erfolgreiche anwendungsorientierte Grundlagenforschung hat die Expertenkommission überzeugt“.

In der Stellungnahme würdigt der Senat, dass das FZB durch die Mitwirkung an zwei „Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung“ und durch seine Mitgliedschaft in der Leibniz-Gemeinschaft national sehr gut vernetzt sei. Auf internationaler Ebene wird insbesondere die Kooperation mit Partnern in Ländern, in denen die Tuberkulose weit verbreitet ist, positiv hervorgehoben.

Zudem konnten die Arbeitsplanungen, die die Programmbereiche in den nächsten Jahren verfolgen, überzeugen. Der vorgesehene Aufbau der Mikrobiom-Forschung stellt eine deutliche und sehr überzeugende Ausweitung der Forschungsagenda des FZB dar. Dies würde auch die Vernetzung der beiden Programmbereiche fördern und somit zur strategischen Weiterentwicklung des gesamten FZB beitragen. Das Institut sieht vor, dafür ab 2021 zusätzliche Mittel der institutionellen Förderung zu beantragen. Die geplante Maßnahme wird nachdrücklich befürwortet.

Für die Zukunft empfiehlt der Senat dem Forschungszentrum, verstärkt wissenschaftliches Personal aus dem Ausland gewinnen und den Anteil von Wissenschaftlerinnen mit leitenden Aufgaben zu erhöhen.

Das positive Ergebnis der Evaluierung bedeutet finanzielle Planungssicherheit für mindestens das nächste Jahrzehnt. Zusammen mit den zurzeit am FZB stattfindenden umfänglichen Neubaumaßnahmen ist das Lungenzentrum der Leibniz-Gemeinschaft für die Herausforderungen im Wissenschaftswettbewerb bestens gerüstet.

Über das Evaluierungsverfahren

Die Einrichtungen der Forschung und der wissenschaftlichen Infrastruktur, die sich in der Leibniz-Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, werden von Bund und Ländern wegen ihrer überregionalen Bedeutung und eines gesamtstaatlichen wissenschaftspolitischen Interesses gemeinsam gefördert. Turnusmäßig, spätestens alle sieben Jahre, überprüfen Bund und Länder, ob die Voraussetzungen für die gemeinsame Förderung einer Leibniz-Einrichtung noch erfüllt sind. Dabei geht es um eine unabhängige Einschätzung dazu, wie sich die Einrichtung inhaltlich und strukturell in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat, und inwieweit die Planungen für die Zukunft überzeugen. Das Verfahren ist zweistufig organisiert: In der ersten Stufe erfolgt die wissenschaftliche Bewertung anhand klar definierter Kriterien durch unabhängige Gutachtergruppen, denen neben Mitgliedern des Senatsausschusses Evaluierung (SAE) erfahrene Sachverständige aus dem In- und Ausland angehören. In der zweiten Stufe beschließt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft auf der Grundlage des Bewertungsberichtes eine wissenschaftspolitische Stellungnahme zu der begutachteten Einrichtung, die eine Förderempfehlung enthält. Anschließend überprüft die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) auf der Grundlage der Senatsstellungnahme sowie einer Stellungnahme der für die Einrichtung zuständigen Ressorts des Sitzlandes und des Bundes, ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame Förderung der Einrichtung durch Bund und Länder nach wie vor bestehen.

 

Über das Forschungszentrum Borstel

Das Forschungszentrum Borstel ist das Lungenforschungszentrum der Leibniz-Gemeinschaft. Im Fokus stehen chronisch-entzündliche Lungenerkrankungen wie Asthma und Allergien, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Tuberkulose und andere infektions-bedingte Entzündungen der Lunge. Das übergeordnete Ziel der interdisziplinären Forschungsaktivitäten ist, die Ursachen und Mechanismen chronisch-entzündlicher und degenerativer Erkrankungen der Lunge aufzuklären, um daraus neue innovative Konzepte zu deren Diagnostik, Prävention und Therapie abzuleiten. Am FZB arbeiten über 550 Beschäftigte, unter anderem in einer Forschungsklinik auf dem Campus. Das FZB verfügt über einen Jahresetat von ca. 28 Millionen Euro, davon sind 7 Millionen aus wissenschaftlich begutachteten Drittmitteln.

 

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung der Leibniz-Gemeinschaft:    https://idw-online.de/de/news72786

Ausführliche Stellungnahme des Leibniz-Senats: https://leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/das-evaluierungsverfahren-der-leibniz-gemeinschaft/senatsstellungnahmen.html