Pressemitteilungen 2020

Kuratorium stellt die Weichen für die Zukunft des Forschungszentrums Borstel

Das Kuratorium des Forschungszentrums Borstel hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, dass weitere Gespräche mit potentiellen Klinikpartnern über eine zukunftsfähige Zusammenarbeit geführt werden sollen. Es gilt, bis spätestens Ende nächsten Jahres eine strategisch fundierte Road-Map für die nachhaltige Patientenversorgung zu erarbeiten, die auch langfristig die unverzichtbare medizinische Forschung in den Bereichen Infektionen der Lunge, Asthma und Allergien sowie den Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis gewährleistet.

Übergeordnete Ziele sind der Erhalt des Forschungszentrums Borstel in der Leibniz-Gemeinschaft und zugleich die dauerhafte Sicherstellung der auch für die Forschungsagenda des Zentrums relevanten Krankenversorgung. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Interessen der Beschäftigten und dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Den großen Einsatz der Belegschaft des Forschungszentrums Borstel und seiner Medizinischen Klinik bei der Diagnostik und Versorgung von Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung würdigt das Kuratorium ausdrücklich.

Kontakt:

Staatssekretär Dr. Oliver Grundei
Vorsitzender des Kuratoriums des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Richtfest einmal ganz anders: Wir feiern dieses Jahr online!

Eigentlich sollte es ein großes Fest werden mit vielen geladenen Gästen, den Arbeitenden am Bau und den Mitarbeiter*innen des Forschungszentrums Borstel. Gemeinsam wollte man das Richtfest der beiden Neubauten, dem Leibniz Respiratorium und dem Neubau des Nationalen Referenzzentrums für Mykobakterien (NRZ) feiern und auf das bereits Geschaffte anstoßen.

Aufgrund der aktuellen Pandemielage hat sich das FZB kurzfristig gegen die Durchführung dieser Veranstaltung entschieden: „Es ist natürlich sehr schade, dass wir das Richtfest absagen mussten. Aber es ist aktuell mit den steigenden Fallzahlen einfach nicht zeitgemäß Veranstaltungen mit über 250 Gästen durchzuführen. Und wir als Lungenzentrum der Leibniz-Gemeinschaft haben hier eine besondere Vorbildfunktion,“ erklärt Prof. Stefan Ehlers, Zentrumsdirektor des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum.

>

Herzlichen Glückwunsch! Prof. Sven Perner erneut zum ersten Vorsitzenden des Vereins der Pathologen Hamburgs und Schleswig-Holsteins e.V. gewählt

Pressemitteilung: UKSH, 14.10.2020

Prof. Dr. Sven Perner, Direktor des Instituts für Pathologie am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und der Pathologie des Forschungszentrums Borstel, ist erneut zum ersten Vorsitzenden des Vereins der Pathologen Hamburgs und Schleswig-Holsteins e.V. gewählt worden. Im Rahmen der halbjährlichen Vereinssitzung am 3. Oktober 2020 in Lübeck wurde er in seinem Amt bestätigt. Auch die anderen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt: Zweiter Vorsitzender war und ist PD Dr. Christian Rose (Dermatohistologisches Labor Lübeck). Schatzmeisterin ist weiterhin Dr. Wiebke Franz (Institut für Hämatopathologie, Lymphknoten und Lymphom Konsultation, Kiel). Nach Annahme der Wahl bedankte sich Prof. Perner für das entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, die Vereinsführung weiterhin unter hohen Qualitätsansprüchen fortzuführen.

>

Periskope-TB: Meilenstein in der Tuberkuloseprävention

Periskope-TB: Meilenstein in der Tuberkuloseprävention

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Rishi Gupta von dem University College in London hat eine neue Software entwickelt, die anhand eines validierten Modells das individuelle Risiko einer Tuberkuloseerkrankung berechnet. Diese Applikation könnte bei der Entscheidungsfindung, ob eine langwierige TB-Präventionsbehandlung eingeleitet werden sollte in Zukunft von enormer Bedeutung sein.  Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Auch Wissenschaftler*innen des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) waren an dieser Arbeit maßgeblich beteiligt.

>

Statements des Direktoriums und des Betriebsrats in Sachen Medizinische Klinik Borstel

Zur Umsetzung seiner translationalen Forschungsagenda („from bench to bedside“, „from bedside to bench“) benötigt das FZB Zugang zu Infrastruktur und Patienten einer Lungenfachklinik mit einer Infektiologie.
Diese Klinik ist seit Gründung des Forschungszentrums (1947) auf dem eigenen Campus angesiedelt und wird unter eigener Regie geführt. Die räumliche Nähe ist Garant für einen engen Austausch zwischen Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen, um eine optimale translationale Forschung auf dem am FZB erzielten, exzellenten Niveau möglich zu machen. Auch deshalb werden derzeit die Neubauten für Forschungslaboratorien auf dem Campus (Richtfest: Oktober 2020) für ca. 60 Mio Euro in unmittelbarer Nähe der Klinik errichtet.

Die Klinikleitung hat in den letzten Jahren eine Reihe von strategischen Maßnahmen getroffen, um die wirtschaftliche Perspektive der Klinik zu sichern. Dazu gehört eine zweite akademische Anbindung mit dem UKE als akademisches Lehrkrankenhaus (neben dem UKSH, Campus Lübeck), die Zentralisierung externer Laborleistungen bei einem niedergelassenen Großlabor und die Beantragung der Zertifizierung als Weaningzentrum durch das Institut für Lungenforschung. Mit den Segeberger Kliniken wurde ein Ausbildungsprogramm für Ärzt*innen in der Weiterbildung etabliert. Wissenschaftlich hat sich die Medizinische Klinik in den letzten Jahren enorm entwickelt und ist aktuell an Forschungsprojekten mit Förderung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, der Europäischen Union und des Bundesministeriums für Gesundheit beteiligt.

Auch in der Corona-Krise hat die Medizinische Klinik rasch reagiert. So wurden neue Intensivbetten-Kapazitäten geschaffen und eine Corona-Ambulanz mit Corona-Drive-Thru eingerichtet, in der bis heute >1700 Personen ambulant untersucht wurden.

In der Evaluierung durch die Patienten erreicht die Medizinische Klinik regelmäßig gute bis sehr gute Werte. Die Beschäftigten der Klinik zeichnen sich durch hohe Expertise und hohes persönliches Engagement aus. Die Klinik ist für ihre Expertise auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen überregional bekannt und dafür, dass sich die Patient*innen in guten Händen befinden!

Die ökonomischen Veränderungen mit Zentralisierungen und Einsparungen am Gesundheitsmarkt erfolgen jedoch inzwischen so schnell, dass die Medizinische Klinik aufgrund ihrer geographischen Lage, ihrer Größe und bundes-gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen kaum wirtschaftlich zu betreiben ist. In den vergangenen zwei Jahren war die Bilanz des Haushalts der Klinik deutlich im Minus. Ein Finanzausgleich erfolgt zurzeit auch durch Reserven des Forschungszentrums Borstel, das aufgrund rechtlicher Bestimmungen diese Unterstützung jedoch nicht dauerhaft gewähren darf.

Das Forschungszentrum Borstel ist eine Stiftung; Teil der Stiftung ist eine Medizinische Klinik. In der Frage, wie auch zukünftig die Klinik wirtschaftlich betrieben werden kann, werden strategische Partnerschaften mit dem UKSH in Kiel, der LungenClinic in Großhansdorf und den Segeberger Kliniken geprüft. In den letzten Wochen hat das Direktorium, gemeinsam mit Vertretern des Wissenschafts- und Sozialministeriums, Gespräche mit diesen strategischen Partnern geführt, für die Vertraulichkeit der Inhalte vereinbart wurde. Hierbei ging und geht es darum, durch gemeinsame Steuerung von Patientenflüssen, Einkaufsgemeinschaften und Personalrotationen die Klinik in Borstel kosteneffektiver zu betreiben, sowie Schwerpunkte bei der Patientenversorgung zu setzen. Alle 3 möglichen Partner haben sich indes dafür ausgesprochen, aus verschiedenen Gründen den Betrieb der Klinik nach Kiel, Großhansdorf oder Bad Segeberg zu verlegen. Diese Vorschläge entsprechen nicht dem erklärten Willen des Direktoriums des FZB, welches sich primär für den Erhalt des Betriebs der Medizinischen Klinik auf dem eigenen Campus einsetzt.  

Um das strukturelle Defizit der Medizinischen Klinik auszugleichen, bemüht sich das Direktorium um den Erhalt der Klinik in Borstel durch Sonderfinanzierungsmittel. Hierzu wurde vom Zentrumsdirektor ein Konzept der bilateralen (Land und Bund) Finanzierung eines Sondertatbestands vorgelegt. Das Aufsichtsgremium des FZB (Kuratorium) hält diese Option weiterhin für möglich, mahnt jedoch an, dass gleichzeitig erhebliche Einsparmaßnahmen im Betrieb der Klinik vorgenommen werden müssen, um den Standort aufrecht zu erhalten. Die Klinikleitung hat sich daher zu einschneidenden Maßnahmen entschlossen. Dies betrifft z.B. die Kündigung von Verträgen mit Zeitarbeitsfirmen, die Reduktion von Betten sowie die Prüfung weiterer Einsparpotenziale bei Sachkosten für Medikamente und im Personalbereich. Das Direktorium möchte an dieser Stelle nochmals eindringlich Gerüchten entgegentreten, dass ein Verkauf der Klinik geplant ist.

Für den Fall, dass auch diese Maßnahmen nicht dauerhaft den Standort der Klinik in Borstel sicherstellen können, muss zur Erfüllung des Stiftungszwecks die klinische Anbindung des FZB an einem oder mehreren Standorten außerhalb Borstels ernsthaft geprüft werden. Die Vorzüge und Nachteile im Vergleich zur Beibehaltung des Standorts Borstel sowie Chancen und Risiken der verschiedenen Optionen sind von einer externen Beratungsfirma zusammengefasst, bewertet und dem Direktorium und Kuratorium vorgestellt worden. Das Kuratorium bat auf seiner letzten Sitzung am 30.9.2020 darum, noch wesentliche Punkte der Vertragsgestaltung, Leitungsstruktur, Kostenübernahme für notwendige Baumaßnahmen an anderen Standorten usw. zu klären, bevor eine Entscheidung gefällt werden kann. Ausdrücklich weiterhin eine Option ist dabei auch der Weiterbetrieb der Klinik in Borstel.

Die Situation ist durchaus ernst, aber auch nicht völlig neu. Das Direktorium wird alles in seiner Macht Stehende tun, um den Erhalt der Klinik zu sichern. Bislang ist es immer gelungen, eine Lösung im Sinne der Standorterhaltung und damit im Sinne der Arbeitsplatzsicherung zu finden. In jedem Fall setzt sich das Direktorium mit allem Nachdruck dafür ein, soziale Belastungen für die Beschäftigten zu verhindern.

>