Aktuelles zum Coronavirus

Zwei Pandemien, eine Herausforderung: Vorhandene Infrastrukturen in der Tuberkulosediagnostik könnten für Ausweitung globaler COVID-19 Testkapazitäten genutzt werden

Wissenschaftler*innen des Nationalen Referenzzentrums für Mykobakterien (NRZ) am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum haben untersucht, ob bestehende Netzwerke und Laboratorien für die Tuberkulosebekämpfung ebenfalls für die Eindämmung der Covid-19-Pandemie genutzt werden können. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind nun in der Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases erschienen.

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Coronavirus: Startschuss für drei neue Forschungsprojekte

Der Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS fördert seit Anfang des Monats drei neue Forschungsprojekte, die sich mit der Verbreitung des Coronavirus und der gerechten Verteilung von Covid-19-Arzneimitteln und Impfstoffen auf globaler und nationaler Ebene beschäftigen. Die Fördersumme für diese drei interdisziplinären Forschungsprojekte beträgt insgesamt 90.000 Euro.

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Geschmacksstörungen dienen als früher Marker bei COVID-19

Die Daten des ambulanten Drive-Thru-Testzentrums der Medizinischen Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum konnten die Ergebnisse vorangegangener Studien bestätigen, dass Riech- und Geschmacksstörungen ein anfängliches Symptom einer COVID-19 Erkrankung darstellen und sich somit als Marker für eine frühe Diagnose eignen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden diese Woche in der renommierten Fachzeitschrift International Journal of Infectious Diseases veröffentlicht.

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Hörtipp: Podcast "Infektiopod" mit PD Dr. med. Barbara Kalsdorf vom FZB

Der Infektiopod wurde Anfang 2019 von Till Koch, Facharzt für Innere Medizin in Weiterbildung zum Infektiologen am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg, gestartet und beschäftigt sich mit Erkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Parasiten und anderen Krankheitserregern ausgelöst werden.

In der Folge vom 12.05.2020 geht es um das Thema:

Covid-19: BCG-Impfstoff zum Schutz vor SARS-CoV-2 & ‚Human Challenge Models‘


Inhalt:

Können Lebendimpfstoffe gegen Kinderlähmung (Polio), Masern oder Tuberkulose (BCG) eine unspezifische antivirale Wirkung gegen SARS-CoV-2 vermitteln? Was sind Immunologische Hypothesen für diese unspezifische protektive Wirkungen von Lebendvakzinen?

Und darf man Gesunde Proband*innen mit SARS-CoV-2 infizieren („human challenge models“) um die Forschung an einem Impfstoff voranzutreiben?

Diese spannenden Fragen diskutieren wir heute zu dritt. Till Koch und Annette Hennigs aus dem UKE in Hamburg haben diesmal Unterstützung von PD Dr. med. Barbara Kalsdorf. Sie ist Oberärztin am Forschungszentrum Borstel und in leitet dort eine Studie zur Prävention von Covid-19. Dabei wird VPM1002, eine ge-updatete Variante des alte Tuberkulose-Impfstoffs BCG, eingesetzt.


Viel Spaß beim Anhören!

Tuberkuloseimpfung gegen Coronavirus?

Ein sehr altes Prinzip könnte - im neuen Gewand - schwere Covid-19-Verläufe verhindern: In Hannover beginnt eine Studie zur Wirkung eines gentechnisch veränderten BCG-Impfstoffs.

PD Dr. med. Barbara Kalsdorf leitet die Studie am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum und berichtet in dem Interview über die Ziele der Studie und bisherige Erkenntnisse im Bezug auf den Impfstoff.

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Tuberkuloseimpfung-gegen-Coronavirus,audio675578.html

NDR Info - Wissenschaft und Bildung - 30.04.2020 10:55 Uhr Autor/in: Michael Kurth