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„Nur gemeinsam sind wir stark und bewältigen auch diese Herausforderung“: Großgerät aus dem Leibniz Lungenzentrum Borstel unterstützt Kapazitätserhöhung in der Corona-Virus-Diagnostik am UKSH

Das UKSH kauft ein zurzeit am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB), installiertes Großgerät der Fa. Roche (Cobas 6800), das dort bisher für die Diagnostik multiresistenter Tuberkulose-Erreger benutzt wird. Das Gerät ist gleichzeitig auf den Nachweis von aktiven SARS-CoV-2 Infektionen ausgerichtet und ermöglicht, große Probenmengen innerhalb weniger Stunden zu analysieren; das Zentrallabor des UKSH kann damit seine Kapazität nahezu verdoppeln. Das Land Schleswig-Holstein ermöglicht dem UKSH den Kauf des Geräts, das zu Testzwecken am FZB installiert ist und das einzige käuflich erwerbbare Gerät in Deutschland ist.

Das Forschungszentrum Borstel und das UKSH arbeiten seit Jahren bei der institutsübergreifenden Verbundforschung (Exzellenzcluster Präzisionsmedizin, Leibniz Wissenschaftscampus) eng zusammen. Jetzt kamen beide Institutionen im Interesse der Sicherstellung der Diagnostikkapazität für SARS-CoV2 in Schleswig-Holstein überein, das System im Institut für Klinische Chemie und im Institut für Klinische Molekularbiologie am UKSH zu betreiben.

„Die Lungenheilkunde in Schleswig-Holstein ordnet sich zurzeit neu. Dabei streben das UKSH Kiel und die Medizinische Klinik am Forschungszentrum Borstel eine noch engere Kooperation an. Das FZB gibt im Rahmen dieser kollegialen Zusammenarbeit das Gerät für das UKSH frei, da zurzeit der Probendurchsatz für die Corona-Diagnostik höher als für die Tuberkulose ist. Dies ist ein Zeichen uneigennütziger Kooperation im Interesse der Corona-Diagnostik für das Land. Nur gemeinsam sind wir stark und bewältigen auch diese Herausforderung!“ sagt Prof. Stefan Ehlers, Zentrumsdirektor am FZB.

Wissenschaftsministerin Karin Prien hob hervor: „Mit dem Forschungszentrum Borstel, dem auf Lungenerkrankungen spezialisierten Krankenhaus Großhansdorf und dem Universitätsklinikum mit seinen beiden Standorten sind wir in der Lungenheilkunde sehr gut aufgestellt.“ Sie dankte den Einrichtungen für die unkomplizierte und schnelle Kooperation im Interesse der Patienten und Patientinnen. Das zeichne Schleswig-Holstein aus.

„Für die Verlangsamung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 kommt dem Nachweis des Virus eine entscheidende Rolle zu. Dass wir in Deutschland gut aufgestellt sind, liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Labore gegenseitig unterstützen“, sagt Prof. Ralf Junker, Ärztlicher Direktor des Diagnostikzentrums am UKSH, „wir sind dem Land Schleswig-Holstein für die Finanzierung dankbar, es hat damit die Voraussetzung geschaffen, kreative Lösungen in einer Situation zu finden, in der es deutschlandweit kein Gerät im Handel gibt.“

 

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