09.07.2026
1000 Köpfe Plus: Forschung zu Immunmechanismen bei COPD
Wie tragen fehlerhafte Immunreaktionen zur Entstehung von COPD und Lungenemphysemen bei? Dieser Frage geht Dr. Jia Li im Rahmen des Programms „1000 Köpfe Plus“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) nach. Sie wird dabei von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert und ist seit März für zwei Jahre als Gastwissenschaflerin in der Forschungsgruppe „Immunologie und Zellbiologie“ von Prof. Silke Meiners am FZB tätig.
Mit „1000 Köpfe Plus“ verfolgt das Bundesministerium das Ziel, internationale Spitzenforschende für den Wissenschaftsstandort Deutschland zu gewinnen und bestehende Forschungskooperationen nachhaltig zu stärken. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Expertise in deutsche Forschungsstrukturen einzubringen und langfristige, internationale Partnerschaften aufzubauen.
Dr. Jia Li promovierte am Leiden University Medical Center und war dort anschließend als Postdoktorandin tätig. Für ihre Arbeiten zur Immunzellentwicklung in der fetalen Lunge wurde sie 2024 mit dem Chiesi Young Investigator Award des Dutch Lung Congress ausgezeichnet. Ihre wissenschaftliche Laufbahn ist stark im Bereich der Immunologie verankert, mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und Funktion von Immunzellen in der Lunge.
Der Kontakt zu Silke Meiners und ihrer Forschungsgruppe entstand noch während ihrer Promotionszeit in Leiden im Rahmen des Jahreskongresses der Europäischen Lungenfachgesellschaft (ERS) und entwickelte sich dabei über einen längeren Zeitraum auch nach Jia Lis Rückkehr nach Guangzhou in China.
„Wir haben unsere Forschungsprojekte regelmäßig per E-Mail und in Videokonferenzen diskutiert und uns dabei eng abgestimmt“, beschreibt Jia Li die Zusammenarbeit. Dieser kontinuierliche Austausch legte den Grundstein für ihr Forschungsprojekt und die erfolgreiche Bewerbung bei der Alexander von Humboldt Stiftung. „Die Zusammenarbeit mit Jia Li ist von großer strategischer Bedeutung für unser Labor, da dies eine sehr spannende wissenschaftliche Verbindung zu renommierten COPD Laboren und Kliniken in China herstellt.“, betont Prof. Silke Meiners.
In ihrem aktuellen Forschungsprojekt geht Jia Li der Frage nach, ob Veränderungen im Immunoproteasom dazu führen, dass bestimmte CD8 T-Zellen fehlgeleitet aktiviert werden. Darauf aufbauend untersucht sie, welche Rolle diese Prozesse bei der Entstehung der Chronic obstructive pulmonary disease (COPD), insbesondere beim Lungenemphysem, spielen. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, immunologische Mechanismen der Erkrankung besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte für zukünftige Diagnostik und Therapie zu identifizieren.
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