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Musikalische Untermalung des diesjährigen Frühlingsempfangs durch Rainer Schnelle von Rainer Schnelle (Klavier) und Stefan Kuchel (Saxophon). Foto: Pukall

19.03.2026

Frühjahrsempfang 2026: Ein Abschied, Preise und ein optimistischer Blick nach vorn

Am Freitag kamen Freunde und Mitarbeitende des Forschungszentrums Borstel im Gartensaal des Herrenhauses zusammen, um im Rahmen des traditionellen Frühjahrsempfanges das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Neben den Grußworten des Staatssekretärs Guido Wendt vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, Schleswig-Holstein, und dem Jahresrückblick des Zentrumsdirektors Prof. Ulrich E. Schaible wurden zudem der Preis für die beste Masterarbeit und der Promotionspreis verliehen.

Landrat an Peter Schröder (links) und der Preisträger des diesjährigen Promotionspreises Dr. Liang Zhang (rechts).Foto: Pukall

Der Promotionspreis 2025 des Kreises Bad Segeberg ging in diesem Jahr an Dr. Liang Zhang aus der Forschungsgruppe „Immunbedingte Lungenerkrankungen“. In seiner Arbeit beschäftigte sich Liang Zhang mit der systemischen Sklerose, einer seltenen und schweren Autoimmunerkrankung, und nutzte ein humanisiertes Mausmodell, um die Krankheitsmechanismen möglichst realitätsnah zu untersuchen. Dabei konnte er zeigen, dass das Zytokin Interleukin-6 eine wichtige Rolle im Krankheitsverlauf spielt. Besonders vielversprechend erwies sich die Blockade des IL-6-Rezeptors durch den Antikörper Tocilizumab, während Siltuximab keinen positiven Effekt zeigte. Für seine sehr guten wissenschaftlichen Leistungen und seine zahlreichen Publikationen wurde Dr. Zhang mit der Bestnote „summa cum laude“ ausgezeichnet. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wurde von Landrat Jan Peter Schröder überreicht.

Und auch Tim Studt aus der Forschungsgruppe „Evolution des Resistoms“ konnte sich freuen: Der Förderverein am Forschungszentrum Borstel e.V. zeichnete seine Arbeit als beste Masterarbeit des Jahres 2025 aus. Im Rahmen seiner Untersuchungen entwickelte er eine innovative, wirtsgerichtete Strategie zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Mykobakterien – basierend auf mRNA-Technologie, wie sie auch bei Corona-Impfstoffen eingesetzt wird. Die Jury würdigte insbesondere die hohe wissenschaftliche Qualität, Originalität und Relevanz der Ergebnisse sowie die selbstständige und exzellente Umsetzung komplexer Experimente.

Aber nicht nur Preise, sondern auch Spenden wurden in diesem Jahr übergeben! Bei der Weihnachtsspendenaktion der Borsteler Mitarbeitenden „Puzzeln für die Muschel e.V“ kamen insgesamt 600 Euro zusammen und wurden von Ulrich Schaible an die Mitarbeiterin der Vereins Alexandra Preuße übergeben. Die Muschel e.V. ist ein ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst und hilft seit 2006 Familien, die sich durch eine schwere Erkrankung, das Sterben oder den Tod eines geliebten Familienmitglieds in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Das gesammelte Geld soll die Musiktherapie in der Einrichtung in Bad Segeberg unterstützen.

v.l.n.r: Dr. Tobias Dallenga (Vorsitzender des Fördervereins), Prof. Caroline Barisch (Schriftführerin), Prof, Matthias Merker (Leiter der Forschungsgruppe "Evolutions des Reisistoms"), Tim Studt (Preisträger "Beste Masterarbeit 2026"), Dr. Sönke Andres (Schatzmeister) undPD Dr. med. Barbara Kalsdorf (Stellvertretende Vorsitzende).Foto: Pukall

Rede_Etschmann_Foto_Pukall.jpgAm Ende des Frühjahrsempfangs verschiedete Prof. Susanne Krauss-Etschmann in ihrer Rede den Zentrumsdirektor Prof. Ulrich E. Schaible. Foto: Pukall

Rede_Schaible_Foto_Pukall.jpgSein letzter Frühjahsemfang als Zentrumsdirektor: Prof. Ulrich E. Schaible. Foto: Pukall

Ulrich Schaible konnte in seinem Jahresrückblick auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2025 zurückblicken. Neben einer sehr guten wissenschaftlicher Publikationsleistung, konnten mehr Drittmittel eingeworben werden, als in den Jahren zuvor. Hinzu kommt der technische Sondertatbestand in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Neue Forschungsverbünde und Projekte sind gestartet, die Mitarbeitenden konnten in das neue, zentrale Laborgebäude ziehen und das NRZ bleibt für weitere drei Jahre auf dem Borsteler Campus erhalten. Woran das liegt, weiß Ulrich Schaible genau: „Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die kooperative, kollegiale, engagierte und kreative Atmosphäre am Zentrum hilft uns, die Welt ein bisschen besser zu machen. So können wir dazu beitragen, infektiöse und chronische Lungenerkrankungen effektiver zu verhindern und zu heilen und die globale Gesundheit verbessern, gemäß dem Leibniz-Auftrag „theoria cum praxi“, und dabei auch noch Spaß an der Forschung zu haben.“

Es gab jedoch nicht nur Gründe zu feiern, denn der diesjährige Frühjahrempfang war auch der Zeitpunkt eines Abschieds: „Der Zentrumsdirektor hinterlässt ein gut bestelltes Haus!“ so fasst es Prof. Susanne Krauss-Etschmann in ihrer Abschiedsrede für Ulrich Schaible zusammen, der nach 18 Jahren in Borstel und 5 Jahren als Zentrumsdirektor im April in den wohlverdienten Ruhestand geht.

In ihrer Rede hob sie hervor, dass Ulrich Schaible die Infektionsforschung durch seine Arbeit als Wissenschaftler und seine interdiziplinäre und umfassende Denkweise maßgeblich geprägt hat. Als Zentrumsdirektor leitete er das Forschungszentrum Borstel mit Weitblick und Verantwortungsbewusstsein, bewies in herausfordernden Phasen wie der Klinikschließung große Geduld und fand dabei immer tragfähige Kompromisse. Dabei hatte er stets das gesamte Zentrum im Blick und prägte es mit Herz, Humor und einem modernen Führungsverständnis.

 

Übergabe_Spende_Foto_Pukall.jpg Zentrumsdirektor Prof. Ulrich E. Schaible bei der Übergabe der Spende an Alexandra Preuße von der Muschel e.V. Foto: Pukall

Rede_Wendt_Foto_Pukall.jpgStaatssekretär Guido Wendt Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur bei seinen Grußworten. Foto: Pukall

Veranschiedng.jpgUlrich Schaible wird von Susanne Krauss-Etschmann verabschiedet. Foto: Pukall

 

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